Kopfchaos

So vergehen die Tage. Vielleicht hat mich eine unbekannte Gemütskrankheit befallen *lach* - ne natürlich nicht. Ich denke es liegt an der gesamten Situation. Gerade, jetzt, wenn ich mein Leben in neue Bahnen geleite, ist es klar das es in mir mehr arbeitet denn je. Ich entwickle mich immer noch sehr rasch. Spüre Fortschritte und spüre Stillstand. Spüre Unbehagen in heiklen Situationen und würde manchmal schon gern wo anderes sein. Oft schweifen meine Gedanken ab, die Konzentration fällt mir in jenen Tag wirklich schwer. Auch wenn ich realisiere das ich mit einer extrem schnellen Auffassungsgabe gesegnet bin, oft fehlt die Lust. Obwohl, dass was ich mache, das ist was ich machen möchte. Keine Ahnung. Also sitz ich oft da, starre aus dem Fenster und wünschte die Sonne würde scheinen. Schein Sonne, los!!! Aber auch bei Regen ist es schön spazieren zu gehen, vorausgesetzt man hat einen Schirm. Genau, ich habe keinen. Wie ich ohne Schirm durch mein Leben komme? Na aber Hallo! Es ist nicht so, dass es jeden Tag oder jede Woche regnet. Ich finde mein Leben ohne Schirm ziemlich schön. Auch wenn ich mir in jenen Tagen einen wünschte. Einen großen, runden und bunten Schirm.

 

Also scheint bei mir Kopfchaos zu herrschen. Was soll’s, wird schon wieder werden. Auch bin ich mir immer noch nicht sicher ob ich am Wochenende nach Chemnitz fahre. Zum einen ist hier in L.E. Pop Up – werde mir auf jeden Fall die eine oder andere Veranstaltung anschauen – und zum anderen ist in Chemnitz Zirkusinsel. Und ich würde mich gern mit dem ein oder anderen treffen wollen. Wenn ihr wüsstet wie mir Chemnitz fehlt. Ihr glaubt das nicht, nicht wahr? Es ist halt so. Keine Ahnung warum. Vielleicht wegen den ganzen Leuten. Maybe. Morgen ist also dann Mittwoch, Halbzeit. Und dann noch sechs Wochen bis Praktikum. Schade. Ich wäre so gern eher gegangen. Nun reicht es aber, ich kann es ja eh nicht ändern, nor?!

 

Nun zum heutigen Thema, ich hänge immer noch an meinem Buch. Es ist entschieden schwerer als das vorhergehende. Also nicht vom Gewicht her – also ja das auch, aber ich meine von der Schreibweise her. Nicht nur das es ein Phantasieroman ist, nee da sind auch en mass Phantasiewörter drin und schöne lange Schachtelsätze. Wobei ich Schachtelsätze echt mag. Auf jeden Fall bringt mich auch dieses Buch zum Nachdenken.

Hier ein kurzer Ausschnitt:

 

[…]

Ihre Freundschaft war die zweier kräftiger, dreister Halbwüchsiger, die einander verkeilt über den Sand rollten und von derselben Papaya aßen, zweier Kameraden, die sich gegenseitig Seeigelstacheln aus den Fußsohlen zogen, eine Freundschaft ohne Vertraulichkeiten, oft fast ohne Worte. Bei manchen Gelegenheiten, entkleideten sie sich sogar ganz selbstverständlich in Gegenwart des anderen, ohne der Tatsache, dass er ein Mann und sie eine Frau war, die geringste Bedeutung zu schenken. Leopoldo, der die endlose Geduld der gewandten Verführer besaß und von seinem Vater das Talent geerbt hatte, stets zu wissen, was man in einem bestimmten Moment sagen und tun darf und was nicht, respektierte peinlich genau den wortlosen Pakt, den sie von Anfang an besiegelt hatten, machte nie Anstalten, ihr über die Felsen zu helfen , schenkte ihr keine Blume und sagte ihr erst recht nicht, wie schön er ihre Augen fand.

Dich eines Tages, eines Nachmittags, sagte er ihr es schließlich doch.

[…]

Sie schwammen weiterhin zusammen, fischten, ritten auf Walen, aber es war nicht mehr dasselbe, denn ihr war nun wichtiger, dass er sie schön fand, und ihm, dass sie seinen Mut bewunderte. Sie hörte seinen Geschichten immer noch begierig zu, dachte dabei jedoch an die vielen Frauen, die er auf seinen Reisen zu so vielen Orten der Welt kennen gelernt haben mochte, und manchmal wurde sie eifersüchtig, worüber er sich ärgerte; sie schwammen immer weniger ins Meer hinaus und gingen stattdessen stundenlang händchenhaltend spazieren, beteuerten sich gegenseitig, wie sehr sie sich liebten und erfanden niedliche Kosenamen füreinander. Sie waren stets bekleidet, und im Träum wäre es ihnen nicht mehr eingefallen, sich vor dem anderen auszuziehen, stattdessen bemühten sie sich, anmutig und elegant zu erscheinen; und sicherlich spurten sie, dass es vorher viel besser gewesen war, als der Anblick des anderen Körpers sie gleichgültig gelassen hatte, als es noch nichts bedeutet hatte, sich zu berühren oder zu umarmen, doch gab es nun kein Zurück mehr, und von diesem Zeitpunkt an waren sie einer für den anderen, und für alle, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnen würden, Mann und Frau.[…]

 

Ja da stellt sich mir die Frage, brauchen wir wirklich Bindungen, wenn es uns ohne besser geht?

Warum hegen wir das Bedürfnis nach Zweisamkeit, obwohl es uns in unserer eigenen Einsamkeit, viel besser geht?

Sind Freundschaften, wie sie zwischen Leopoldo und Margolis am Anfang war nicht viel schöner? Warum wollen wir, wenn wir einer Person Bewunderung schenken, alles richtig machen, warum wollen wir anmutig und elegant wirken? Ist das denn alles was einen Menschen aus macht? Warum wollen wir uns beweisen? Und warum vertrauen wir nicht einfach darauf, dass der Bewunderte es selbst mitbekommt, die unzähligen Dinge, die jeder Einzelne zu bieten hat?

 

Fragen über Fragen, die in meinem Kopf herum irren. Aber eine Frage die sich mir immer wieder stellt. Warum sehnt man sich nach Zweisamkeit, wenn man so „allein“ auch glücklich ist? Bringt die Zweisamkeit nicht wieder nur Probleme und Ängste? Und was ist mit der Angst, vor dem Schmerz, des wieder verletzt werden? Ich weiß nicht ob ich noch einmal meine Ängste ignorieren kann. Aber vielleicht kann ich nach und nach wieder Vertrauen zu dem anderen Geschlecht aufbauen.

 

Ich bin froh, dass es so ist wie es ist. Ich weiß es könnte besser sein. Aber so wie es ist, ist es wirklich schön und könnte manchmal gar nicht besser sein (ausgenommen dieses Wetter). Ich bin froh über mein Leben und ich bin dankbar für mein Leben. Ich bin dankbar für die ganzen Erfahrungen, die guten wie die schlechten, sie haben das aus mir gemacht, was ich bin und ich finde ich bin ein guter Mensch und aus mir ist etwas Gutes geworden. Ich bin stolz auf mich. Und es ist mir halbwegs egal, was der Rest der Menschheit davon denkt. [Ein gesunder Egoismus ist gut, genauso ist auch ein gesundes Bildnis von sich selbst gut – und das ist meine Ansicht. Maybe I am more self-conscious than ever before. And you, should not bother to break me – you should not bother to say something to me, go out of my eyes, turn your back on me – like everyone done before, do not bother, because you will not understand the things they make me happy and the things they break me, things they bring me down. You had never realized that I am a very strong person and that I am stronger than you. Do not bother, to make me unhappy – you should bother to get out of my life. Thank you for good times – thank you twice for the bad times!]

 

Stay tuned.

 

Better days will come soon.

 

Begleitmusik: Favez – Old an strong in the modern times
9.5.07 09:22
 


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